Stand 24.9.06

 Törn 2006 vom 15.9.-23.9.

Skipper:

 Franz - Skipic

Crew:

 Charly - Sir Charles
 Christoph - der Mallinger
 Florian - Flo
 Helmut - the long one
 Andreas - Baumi

15.9. 16.9. 17.9. 18.9. 19.9. 20.9. 21.9. 22.9. 23.9.

 

Strecke gesamt 275 nm Gesamtroute  

Vorbereitung:
Nachdem unser bisheriger Wirt-Skipper Klaus wegen Terminproblemen leider nicht konnte, habe ich meinen alten Lehrmeister Franz angekurbelt, und er hat sich bereiterklärt diesen Törn mit uns durchzuführen. Ein Schiff war auch bald gefunden - eine Gib Sea 43 "Ilusio U". Charly hat sich um den Flug gekümmert,
und so stand dem Reiseantritt nichts mehr im Weg .

Unser Ziel : EINMAL RUND UM MALLORCA
!

die Crew   Bilder der Crew

hier eine kurze Vorstellung unserer Segelcrew :

Franz unser Skipper - oft auch bedingt durch vorhergehende Törns in Kroatien SCIPIC genannt.
Ein Mann mit viel Erfahrung in allen Bereichen - besonders auf See. Es war sein erster Törn mit der Wirt-Crew, hat aber super zu uns gepasst.
Ohne sich in den Vordergrund zu drängen, hat er immer Alles im Auge, und greift nur ein, wenn es wirklich notwendig ist. Er läßt sich durch Nichts aus der Ruhe bringen.
Vorliebe : Weißwein
Lieblingsspruch : cómo ser llamaste ? ( wie heißt du ? )
Baumi unser Rookie - sein erster Törn mit der Wirt-Crew, manchmal noch Probleme den Kurs mit dem Windanzeiger in Einklang zu bringen, aber um das zu lernen, war er ja auch mit. Ich möchte ihn auf keinem Törn mehr missen! ausgezeichnete Kenntnisse der spanischen Küche und der Rotweine. Kennt die tollsten Lokale, und auch sein Spanisch war uns hilfreich. WELCOME ON BOARD !
Vorliebe : Gin-Tonic
Christoph unser Chefnavigator, kann bei jedem Wellengang die Karten und Hafenhandbücher studieren, hasst wenig Wind, und Spritzwasser. Fixer Crewbestandteil.
Liefert immer wertvolle Informationen, manchmal ein wenig exzentrisch.
Vorliebe : Seidl und Kabelbinder
Flo gehört mittlerweile zur Stammcrew, nichts tut er lieber, als an der Winch zu kurbeln, oder auf den Mast zu klettern. Ein perfektes Mitglied der Crew, auf das immer Verlass ist, auch wenn die Nacht nur kurz war.
Vorliebe : Manöverschluck
Sir Charles unser Url (Abkü für Urlauber) an Bord, wird nur zu Manövern eingeteilt, wenn es notwendig ist, lebt auch an Deck seinen Nacht-Rhythmus und muss daher sein Frühstück meist selbst machen. Für mich ein Phänomen, in welchen Lagen der Sir noch unter Deck lesen kann, auch wenn ihm schon das Geschirr um die Ohren fliegt. Ausgezeichnete Rotweinkenntnisse, liebt Garnelen und sonstiges Meereszeug.
Vorliebe : Gin-Tonic / Rotwein
TLO  the long one - meistens hinter dem Steuerrad zu finden, fuhr heuer alle An-/ Ablegemanöver, Ersatzskipper, Bordtechniker, DJ.
Zupft gerne an den Bandeln - maximum Speed challenge - 50% seines Gepäcks bestehen aus Elektronik und Werkzeug.
Vorliebe : Vodka-Orange / Rotwein

 

zum Anfang 15.9.06 Wien - Barcelona - Palma - Porto Cristo Bildergalerie

Doris und Horst waren so nett uns nach Schwechat zu chauffieren, nach einem Seidl am Flughafen ging es mit Iberia über Barcelona nach Palma de Mallorca. Unser Transfertaxi stand schon bereit und brachte uns mit einem Zwischenstop im Supermarkt nach Porto Cristo. Telefonisch klärten wir unsere Übernachtung ( Hotel gleich beim Hafen ) deponierten das Gepäck und den Einkauf beim Hafenbüro. Anschließend bezogen wir Quartier, gingen nett Abendessen und auf einen an- bzw. abschließenden Absacker.

zum Anfang 16.9.06 Porto Cristo - Cala D'Or  19,2 nm Route Bildergalerie

gemütliches Frühstück im Hotel, unser Schiff können wir ab 11:00 beziehen, Startseidl im Hafen, bunkern, Abfahrt. Aufgrund der Wetterprognose beschließen wir im Uhrzeigersinn die Insel zu umrunden. Tagesziel für heute ist Cala D' Or. Der Wind ist gut ( bis 28 kn) und das Wetter sonnig. Für geschmeidige 67 Euronen dürfen wir in der Marina von Cala D´Or anlegen, und krönen den Abend in einem Pub ( Jane und Mike ). Flo und ich machen noch eine Adventurefahrt mit dem Dingi - bedingt durch einige Hoppalas ( Benzinhahn, Leine in der Schraube, etc...) bieten wir eine durchaus cabaret-reife Unterhaltung.

zum Anfang 17.9.06 Cala D'Or - Palma de Mallorca 49,1 nm Route Bildergalerie

Ablegen um 8:30, Segeln ist angesagt. Wir umsegeln die Südostspitze von Mallorca und fahren zum Gästepeer 46 in Palma. Wir legen am Peer an, werden aber von einem nervösen deutschen Bundesgenossen des Platzes verwiesen ( Reserviert für eine Charterfirma, eigentlich sein Platz etc..). Sonntag sind die Spanier aber nicht unbedingt arbeitswillig - so ist niemand Kompetenter zu finden. Nachdem auch sonst alles belegt ist (erfolgloses Anfunken von 5 Marinas in Palma), gehen wir direkt am Polizeipeer längsseits, wo wir mit Erlaubnis der Wasserpolizei auch die Nacht verbringen dürfen (es fühlt sich ohnehin keiner zuständig). Dieser Liegeplatz ist der Näheste bei der Kathedrale - also mitten im Ortszentrum - was uns auch die Bewunderung vieler Touristen beschert  (noch nie eine Segeljacht gesehen ?)
Wir machen uns landfein und gehen gemütlich Tapas essen. (Die Suche nach Baumi' s Lieblingslokal ist leider umsonst - da geschlossen)
Nachdem wir die Speisekarte durchgekostet haben, wandern wir weiter ins ABACO. Dieses Restaurant / Bar ist in einem Palast aus dem 17. Jahrhundert untergebracht, und schon das große scheunenartige Eingangstor steigert die Erwartung. Bereits beim Eingang sind wunderschöne Stilleben aus verschiedensten Früchten, und traumhafte Blumenarrangements, einem arabischen Palast gleichend. Im Innenhof befinden sich kleine Tische mit gemütlichen Sesseln und mehrere Springbrunnen, begleitet von klassischer Musik. Im ersten Stock ist ein Museum untergebracht. Wer einmal in diesem Lokal war, wird es immer in Erinnerung behalten. Wieder an Bord geht´ s weiter mit  Bauernschnapsen und Gin-Tonic.

zum Anfang 18.9.06 Palma - Andratx - Alcudia 97,1 nm Route Bildergalerie

um 8:22 geht' s wieder los, wir segeln weiter nach Andratx, wo wir mittags ankommen. Im Hafenbecken machen wir an einer Boje fest - Badestop. Baumi und Flo fahren mit dem Dingi einkaufen - kommen aber bald rudernd zurück - kein Sprudel mehr im Außenborder. Auftanken, das Ganze nochmals. Um 14:30 geht es weiter, die lange Etappe entlang der Westküste Mallorcas - die außer Soller ( der einzigen Stadt Mallorcas mit Straßenbahn ) nichts zu bieten hat. Nachdem kaum Wind geht, heißt es das eiserne Segel anzuwerfen, und wir motoren Richtung Nordost der Küste entlang. Um 20:45 erreichen wir die Hafeneinfahrt von Soller - es ist bereits dunkel. Wir beschließen weiterzufahren, und erreichen um 2:55 die Nordspitze von Mallorca. Ursprüngliches Ziel war Port de Pollenca, aber dort wären wir bereits um 5:00 früh gewesen, außerdem kommt wieder Wind auf, wir setzen Segel, unser Ziel : Alcudia. Ich lege mich nieder, und Baumi,Flo und Franz segeln weiter. Der Wind dreht, und so müssen die beiden nach Alcudia kreuzen. Um 8:30 sind wir am Ziel. Für das erste Mal Einparken im Rückwärtsgang brauche ich drei Versuche - zu wenig Speed - zu vorsichtig. Aber man ist ja lernfähig.

zum Anfang 19.9.06 Alcudia - Alcudia 16 nm Route Bildergalerie

Wir gönnen uns ein Frühstück in der Marina, und halten am Vormittag Siesta - es ist eh kein Wind. Duschen, regenerieren. Um 14:30 fahren wir wieder hinaus, und segeln in der Bucht von Alcudia herum. Wenig Welle, guter Wind - ein perfekter Segelnachmittag. Bei der Einfahrt in den Hafen kommt uns überraschende eine Schnellfähre entgegen - Notmanöver Segelbergen. Kurz vor 20:00 sind wir wieder im Hafen, und mein Einparkmanöver wird sogar vom Hafenmeister gefällig anerkannt, Franz und die Crew sind zufrieden mit dem Mann am Rohr. Für den Abend ist eigentlich Steak-Essen geplant, aber wir verlassen das Lokal wieder, da man nicht bereit ist das Gebläse der Klimaanlage zurückzudrehen - es zieht saukalt, und Wind wollen wir nur beim Segeln - da kann das Steak noch so gut sein. So wird aus dem Steaklokal ein Fischrestaurant - auch gut.
 
zum Anfang 20.9.06 Alcudia - Ciutadella 43,4 nm Route Bildergalerie

Wir frühstücken gemütlich an Bord, gehen einkaufen, und laufen erst um 12:25 aus. Noch ist kein Wind, daher fahren wir "Mann über Bord" - Manöver, bis der Wind stärker wird. Um 13:00 setzen wir die Segel, der Wind ist gut und wir kreuzen aus der Bucht weiter Richtung Capdepera. Eine First 47,7 nimmt uns als Challenge und gewinnt klar - läuft einfach schneller bei 20 Knoten Wind. Der Wind nimmt weiter zu, und nach der letzten Wende um 16:15 sehe ich, dass wir eigentlich optimalen Kurs nach Menorca hätten - wir beraten kurz - ich rede mit Franz - der ist einverstanden - wir segeln am direkten Weg nach Menorca. ( Es gab ja vor Törnbeginn die Diskussion, ob man Mallorca überhaupt in einer Woche umrunden kann !). Unterwegs macht Flo wieder Fotos von oben - bei 1m hohen Wellen - nichts für mich! (Ich mache nur den Liftboy) Um 21:24 wurden die Segel geborgen, wir waren am Ziel - Ciutadella / Menorca. Der Hafen war voll, wir gingen zuerst längseits gleich bei der Hafeneinfahrt, durften aber nicht bleiben - zu wenig Platz für die Fähre. Wir ankerten dann dort, wo die Fähre anlegt, gleich neben einer Segeljacht mit 4 netten älteren Ladies aus Canada. Wir wurden zu ihren "Heros" - da ich ihnen eine Landstromverbindung herstellen konnte - sie hatten keinen passenden Adapter. Wir fanden noch ein Lokal zum Abendessen ( es war mittlerweile fast 23:00 ) - Fisch - Lamm - Kaninchen.

zum Anfang 21.9.06 Ciutadella - Cala Ratjada 26,3 nm Route Bildergalerie

Nachdem die Fähre für 8:30 angekündigt war, liefen wir bereits kurz vor 8:00 aus. Flo zeigte wieder seine Kletterqualitäten - bei unserem Großsegel hatte sich beim Einholen wieder eine Falte gebildet, und klemmte jetzt. Sitzgurt - hinaufgekurbelt - freibekommen! Der Wind war uns gut gesonnen, und wir konnten auf direktem Kurs - wie mit dem Lineal gezogen - nach Cala Ratjada segeln. Ankunft 12:55 in Ratjada. Wir legen am Gästepeer der gleich an der Mole ist, längsseits an. Bereits bei der Einfahrt in die Bucht von Ratjada war der zunehmende Schwell zu beobachten, der Hafen ist bei südöstlichem Wind recht unruhig. Kurz nach unserem Anlegen parkte eine Bavaria 45 hinter uns akustisch ein, und ramponierte mit ihrem Buganker unsere hintere Reling. Betroffene Gesichter bei der deutschen Crew - viele Ausreden ...
Die notwendigen Unterlagen wurden ausgetauscht. Anschließend suchten wir den ganzen Ort nach einer neuen Kupplung für unser Landstromkabel ab - leider ohne Erfolg. Ich machte mit Blockklemmen eine provisorische Kupplung, denn die alte war komplett verrostet - die Schrauben waren nicht mehr zu lösen. So gabe es wieder Strom und damit Musik und kaltes Bier. Am Abend gab es selbstgekochtes Essen an Bord, der Schwell wurde immer mehr. Der Hafen war gerammelt voll, überall vor und hinter uns noch ein zweites Schiff längsseits am ersten "auf Packel". Die ersten Wellen schossen über die 6m hohe Mole auf die Promenade. Wir hatten all unsere 4 Leinen ausgebracht, doch der Schwell war so stark, das um 2:30 früh unsere Bugführung abriss, und dabei gleich die vordere Reling samt Positionslichtern mitriss.
zum Anfang 22.9.06 Cala Ratjada - Porto Cristo 24 nm Bildergalerie

Neu verseilen, eine Hilfsreling gebastelt, Fender neu eingestellt. Das war ein Manöver ! Charly, Baumi, Christoph und ich setzten uns  auf die Stufe der Uferpromenade, um das gelungene Manöver mit einem Gin-Tonic zu begießen. Just in dem Moment als wir uns zuprosteten, schoss genau über uns eine Welle über die Mauer - wir waren sekundös gebadet - der Gin-Tonic eine Salzsuppe. Der Schwell bewegte das Schiff mehr als einen halben Meter auf und ab. Eine Stunde später riss auch noch unsere Achterleine ab. Zum Glück hat das unser zweiter deutscher Nachbar gleich bemerkt. Wake up! Dieser Ruf ließ mich wieder aus dem Schlaf hochschießen,  Baumi half mir die Leinen umzubauen - und das bei diesem Wetter. Mittlerweile war es schon 7:00 früh, die Morgendämmerung setzte ein, Wind und Wellen wurden noch stärker - der Entschluss stand fest - weg hier, bevor wir festsitzen, oder noch mehr kaputtgeht! Wir nutzen eine Wellenpause  um Abzulegen ( es kamen immer drei, vier Brecher mit einer anschließenden kurzen Pause ), und kämpften uns gegen Wind und Welle aus dem Hafen und der engen Bucht von Ratjada. 2 Knoten Fahrt bei vollem Motorspeed ! (normalerweise 7-8 kn ). Da wurde sogar Charly in der Bugkabine munter, und erlebte schweres Chaos unter Deck. Aus der Bucht heraußen war es zwar noch immer wild, aber wir konnten die Wellen ganz gut abreiten, und fuhren am schnellsten Weg nach Porto Cristo, wo wir zuerst einmal tankten. Wir finden in der Marina nur einen Platz, der aber zu schmal ist, um mit dem Heck voran einzuparken ( zumindest ich konnte es nicht ). Die Mooringleinen der beiden bereits vorhandenen Schiffe liefen unter Wasser zusammen, und machten für mich das Manöver unmöglich. Mit dem Bug voran drängten wir dann die beiden Schiffe auseinander, und machten fest. Leider ist mein GPS heruntergefallen, und die Antenne ist abgebrochen, so dass von der Rückfahrt von Cala Ratjada nach Porto Christo keine Trackaufzeichnung mehr vorhanden ist. Die Charterfirma kommt um 16:00 den Schaden begutachten, und nimmt das Schiff ab. Wir gehen noch köstlich Abendessen, und verbringen die letzte Nacht an Bord - eine Revanche im Bauernschnapsen beendet den Abend.

zum Anfang 23.9.06 Rückfahrt Bildergalerie

um 9:00 müssen wir von Bord - frühstücken in Porto Cristo - Abschieds-Seidl auf der Terasse. Um 12:00 kommt unser Taxi und bringt uns zum Flughafen. Rückflug ohne besondere Vorkommnisse. Lex und Horst holen uns dankenswerter Weise ab, mit einem Schluss-Seidl beim Wirt beenden wir den Törn.
 

We did it !  und sind auch noch zum Abendessen nach Menorca gesegelt ...

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